"Der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar arbeitet am Hamburger Institut für Sozialforschung. In seinem neuesten Buch befasst er sich mit der Revolte der Mittelschicht in der arabischen und in der westlichen Welt. Das Buch heißt 'Der Aufstand der Ausgebildeten. Vom arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung'. Kersten Knipp hat es gelesen."
Die Occupy-Proteste speisen sich aus Ressentiments gegen das Kapital. Demonstranten sind sich nicht zu schade, aus den „Protokollen der Weisen von Zion" zu zitieren.
Die Proteste in Hongkong sind erneut entflammt: Aktivisten der Demokratiebewegung wollten mehrere Regierungsgebäude blockieren. Die Polizei konterte mit Schlagstöcken und Pfefferspray.
Vor drei Jahren begannen auf der ganzen Welt Millionen junger Menschen für mehr Gerechtigkeit zu campen. Heute ist fast nur die Kunst der Protestbewegung übrig. Ist das gut oder schlecht?
Vestidos de negro e com rosto coberto, adeptos do movimento promovem o dano material como forma de protesto. Tática lhes rende, em várias partes do mundo, a alcunha de vândalos.
Die Proteste der jungen Mittelschicht richten sich oft gegen das Auseinanderdriften der Gesellschaft und die neoliberalen Finanzmärkte. Das sagt der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar.
Auf der Konferenz 'Rückeroberung des Öffentlichen' an der Akademie der Künste diskutierten Fachleute, wie sich die Jugend- und Bürgerrevolten der vergangenen Jahre auf den öffentlichen Raum auswirken.
Der Nationalsozialismus und der Kommunismus waren, man muss sich nur das Lebensalter der Führungseliten 1933 beziehungsweise 1917 ansehen, Generationenprojekte. Immer, wenn Gesellschaften ihren nachrückenden Mitgliedern die Aufstiegskanäle verschließen, kann man nach einer Latenzzeit Aufruhr, Aufstände, Rebellionen, gar Revolutionen beobachten.
"Etliche Wissenschaftler bezweifeln, dass aus der Occupy-Bewegung eine soziale Mobilisierung wie 1968 oder 1989 entstehen könnte. Welche politischen Interventionen heute überhaupt möglich sind, fragte Claus Leggewie in einem Lesart-Spezial aus dem Grillo Theater in Essen."
Wolfgang Kraushaar. Aufruhr der Ausgebildeten - Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung. Hamburg, Hamburger Edition, 2012.
Das Jahr 2011 war das Jahr der unerwarteten und sich weltweit immer weiter ausbreitenden Proteste. Sie reichen inzwischen vom Arabischen Frühling bis zu den Anti-Banken-Protesten von Occupy Wall Street . Millionen sind aus Angst vor einem Börsencrash und einem Kollaps der Finanz- und Wirtschaftssysteme auf die Straßen gegangen. Wer sind die Akteure der neuen Protestbewegungen? Was sind ihre Ziele und was macht ihre Erfolgsaussichten aus? Haben sie wirklich eine Chance, die destruktiven Dynamiken der internationalen Finanzmärkte einzudämmen oder gar aufzuhalten?
"Wie in einer Indizienkette geht Kraushaar das Jahr 2011 einmal durch. [...] In mehreren Schritten werden sodann die 'Akteure' der verschiedenen Proteste soziologisch herausgeschält, die Medien der Vernetzung der verschiedenen Proteste und mögliche Gemeinsamkeiten der Protestbewegungen konturiert." (Florian Kessler, DEMO JETZT!)
"Vor anderthalb Jahren berichteten die Medien nahezu täglich über die Occupy-Bewegung, heute hört man kaum noch was von ihr. Gibt es sie überhaupt noch?"
Kraushaar: "Gute Frage.Die Bewegung als solche gibt es fast nicht mehr, allerdings nach wie vor einzelne Camps und Gruppen, die weiterhin Aktionstage planen."
Wolfgang Kraushaar gilt als einer der profiliertesten Linksextremismus-Forscher. Der „Letzten Generation“ attestiert er eine „gefährliche Form der Selbstermächtigung“. Zugleich warnt er: Ein zu hartes Durchgreifen gegen die „Klima-Fundamentalisten“ würde den Staat selbst schwächen.
Prodemokratische Aktivisten haben sich in Hongkong erneut Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Mindestens 28 Menschen wurden festgenommen. Demonstranten versuchen das Geschäftsviertel Mong Kok „zurückzuerobern“.
Die Hongkonger Polizei hat mit der Räumung des wichtigsten Protestlagers der Occupy-Central-Bewegung begonnen. Die Aktivisten wollen ihren Kampf dennoch fortsetzen.
Spiegel Online Protestkunst bei Arte: Zwergenaufstand gegen den Kapitalismus Spiegel Online Zwischen die reportagehaften Szenen hat Dluzak Interviews mit Theoretikern geschnitten, etwa mit dem Politikwissenschaftler und Protestforscher Wolfgang...
Kraushaar, Wolfgang (2012): Der Aufruhr der Ausgebildeten. Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung. Hamburg: Hamburger Edition. o.V. (2011): Entscheidend ist der Tag danach. Den Kapitalismus überwinden, aber ...
Das Netz ist bestens dafür geeignet, die Reichweite politischer Kampagnen zu erhöhen. Die Klickzahlen, die von großen Plattformen für Online-Petitionskampagnen als Beweis für politische Aktivität veröffentlicht werden, scheinen aber im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregend zu sein. Der Protestforscher Wolfgang Kraushaar gibt eine Einschätzung.
"Mit den Aufständen von Kairo bis New York beschreibt Wolfgang Kraushaar die erste globale Protestbewegung seit 1968. Ist die Revolte schon wieder vorbei?" (Stefan Reinecke)
Wolfgang Kraushaar beschäftigte sich zuletzt mit aktuellen sozialen Aufstands-Bewegungen des letzten Jahres wie der sog. Arabellion oder der Occupy-Bewegung. Im Gespräch mit Christopher Daase stellt er seine These kurz vor, im Anschluß kommt das Thema auf den aktuellen Zustand der Bewegungen, die Möglichkeiten von Systemopposition heute sowie auf die mögliche transnationale Vernetzung der diversen sozialer Bewegungen.
"Die Krise gehört zur Grunderfahrung der Gegenwart. Und mit ihr das Wiederaufblühen von Utopien. Ob in der Politik, der Wirtschafts- oder der Finanzwelt – gefragt wird nach dem großen Gegenentwurf. Auf zwei Utopien haben sich die Debatten zuletzt konzentriert: Die uneingeschränkte Freiheit im Internet und die sogenannte „Liquid Democracy“. Beide Ideen basieren auf der Verwendung elektronischer Technologien. Doch taugen diese Utopien wirklich dazu, strukturelle Probleme besser in den Griff zu bekommen? Worin bestünde der Preis ihrer Verwirklichung? Und wie sähen Alternativen aus?"
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