Entscheiden - Nicht lange gefackelt | Intuition | Scoop.it


Menschen in Führungspositionen setzen auf schnelle Handlungsstrategien. Vor die Wahl zwischen zwei Alternativen gestellt, können wir auf verschiedene Weise vorgehen: Wir entscheiden schnell und intuitiv oder überdenken alle Aspekte eines Problems. Menschen in Führungspositionen neigen besonders der ersten Strategie zu, wie ein Team um Svenja Caspers vom Forschungszentrum Jülich berichtet.
Die Forscher ließen Manager verschiedener Branchen aus 540
Wortpaaren jeweils den ihnen attraktiver erscheinenden Begriff
auswählen. Ein Richtig oder Falsch gab es dabei nicht. Gleichzeitig
wurde die Hirnaktivität der Probanden per funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) registriert und mit der von Personen vergleichen, die keine Führungspositionen innehatten.
Wie sich zeigte, entschieden die Profis nicht nur schneller, ob
ihnen etwa »Spaß« oder »Familie« mehr zusagte, bei ihnen
regten sich auch andere Teile des Gehirns als bei Nichtmanagern.
So arbeitete vor allem ihr Nucleus caudatus stärker, ein Teil
der Basalganglien, der am Bilden von Gewohnheiten beteiligt ist.
Bei den Probanden der Kontrollgruppe waren vermehrt höhere
Kortexareale aktiv, was dafür spricht, dass sie die betreffenden
Wörter genauer abwogen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Manager Informationen routinierter nach festen Regeln kategorisieren. So können sie besonders schnell Entschlüsse fassen. Ob diese Fähigkeit durch die täglichen Anforderungen im Beruf trainiert wird oder ob fixe Entscheider eher Manager werden, ließ das Forscherteam offen. Plausibel wäre beides.

 

PDF:

http://www.gehirn-und-geist.de/alias/pdf/08-14-gug-11-2012-pdf/1165981