Ob der erste Kuss oder eine unangenehme Erfahrung: Viele unserer Erinnerungen sind scheinbar untrennbar mit Gefühlen verknüpft. Doch jetzt stellt sich heraus, dass diese Verknüpfung weitaus weniger stabil und dauerhaft ist als angenommen – sie kann sogar nachträglich manipuliert werden. Genau dies ist US-Forschern nun in einem Experiment mit Mäusen gelungen: Durch eine gezielte Manipulation der Hirnaktivität kehrten sie die mit einem Ort verknüpften Angstgefühle der Tiere in angenehme Emotionen um und umgekehrt. Lange Zeit galten unsere Erinnerungen als nahezu unveränderbar, als quasi fest in den Langzeitspeicher des Gehirns eingeprägt. Inzwischen allerdings mehren sich die Hinweise darauf, dass unser Gedächtnis auch alte “Lagerbestände” häufig nachträglich modifiziert. So kann beispielsweise Schlafmangel dazu führen, dass Erinnerungen ungenau und falsch werden, wie erst kürzlich eine Studie zeigte. Aber auch Lebensereignisse können unsere Erinnerungen im Nachhinein anders einfärben: Sahen wir zuvor das erste Rendezvous mit einem Partner in rosigem Licht, ruft es eher negative Gefühle hervor, wenn wir gerade eine hässliche Trennung mit diesem Partner hinter uns haben. In diesem Fall bleibt die Erinnerung an das Ereignis intakt, aber die damit verknüpften Emotionen ändern sich. Möglich wird dies, weil das Gehirn Sacherinnerungen – beispielsweise an den Ort oder das Geschehen – und Emotionen an zwei verschiedenen Stellen abspeichert: der Gedächtnisinhalt im Hippocampus und das Gefühl in der Amygdala.....


Via Thomas Menk