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Eine Reflexion über den Gebrauch kriegerischer und militärischer Metaphern in der Wirtschaftssprache. Inklusive der ersten Diskussionsbeiträge im Kommentarbereich am Ende des Blogartikels.
"Eine Handvoll deutscher Konzerne unterstützen junge Firmen dabei, Ideen zu suchen. Gleichzeitig helfen sie bei der Finanzierung. Das soll nicht nur die gesellschaftliche Bilanz und den guten Ruf aufbessern, sondern auch die Ideensuche vereinfachen." (Abstract zum Artikel bei der FTD)
Neben der beschriebenen Entwicklung, dass sich zunehmend mehr deutsche Firmen Wagniskapitalsparten aufbauen ist vor allem eines interessant: Alle beschriebenen Innovationen sind rein technischer Natur. Ich ware auf den Tag, an dem erkannt wird, dass wir auch eine Innovation des Innovationsbegriffs brauchen. Dann wird deutlich, dass die wichtigsten Innovationen sozialer und psychologischer Natur sind.
"Mitarbeiter werden oft genug wie Erfüllungsgehilfen und Befehlsempfänger behandelt. Wieso dürfen sie nicht mitgestalten?" (Abstract zu meine Artikel bei CFO World)
Mein aktuellster Artikel, erschienen am 07.05.2012 bei CFO World.
"Viele Firmenchefs sind mit der Sanierung eines Unternehmens überfordert. Ein Chief Restructuring Officer kann helfen. Er ist neutraler als ein Manager aus dem eigenen Haus." (Abstract zum Artikel bei der FTD)
Aua, ein Mensch leistet, weil er für die Umstrukturierung extra ins Unternehmen geholt wird, "objektive Analysen". Wie naiv ist das denn? Außerdem könnte man sich ja mal überlegen, für eine Umstrukturierung die Belegschaft ernsthaft ins Boot zu holen und nicht, wie üblich, die wichtigsten Entscheidungen top-down zu treffen. Würde eventuell bei mehr der Mitarbeiter zu höherer Arbeitszufriedenheit führen.
Aber dann müssten die Autoren, die beide als CROs arbeiteten, ihren eigenen Job hinterfragen.
"Unternehmen wie Lego oder McDonalds setzen auf die Mitbestimmung ihrer Konsumenten. Auch eine Studie hat jetzt bewiesen: Diese Gemeinschaftsprodukte sind besonders erfolgreich." (Abstract zum Artikel beim Handelsblatt)
Wieder etwas Erfreuliches, das zeigt, dass es auch anders geht. Und gerade topaktuell: Das Modell Aldi wird alt und scheint langfristig ausgedient zu haben.
"Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Am Anfang des Projekts ist immer so viel Zeit - und zum Schluss brennt's jedes Mal?" (Abstract zum Artikel auf Karrierebibel.de)
Herrlich: Christian Schroff schreibt seine eigene Realsatire. Das Beste ist der Satz "Mit ein bisschen Planung ist es ganz einfach, entspannt und souverän alle Aufgaben zu meistern." Dann müssten ja alle, die unter Stress leiden, zu dämlich sein, ein bisschen zu planen. Und jegliche steigende Unsicherheit und UNPLANBARKEIT infolge steigender Komplexität und Dynamik wäre nur eine Schimäre.
"Aldi-Mitarbeiter haben offenbar Bilder von Frauen in kurzen Röcken an Kühltheken aufgenommen." (Abstract zum Artikel bei Stern.de)
Wer dachte, dass die Kontroll-, Überwachungs- und damit Filmexzesse Geschichte seien, ist jetzt eines Besseren belehrt. Ich bin einmal mehr froh, nicht bei Aldi einkaufen zu gehen.
Da bekomm ich gestern zu meinem Geburtstag eine Mail vom Gründer, Chef und Inhaber des Querdenkerimperiums in dem er mich zum Querdenker-Award nominieren will:
"Außerdem suchen wir erneut die QUERDENKER des Jahres 2012 in den Kategorien Start-Up, Hidden Champion, Marktführer, Innovation, Vordenker und Erfinder. Wir würden auch Sie gern für den QUERDENKER-Award offiziell nominieren, der am 16.11.2012 im Doppelkegel der BMW Welt in München verliehen wird."
Wenn man die Seite besucht, um sich für den Award zu bewerben, lernt man schnell ein wirklich innovatives Geschäftsmodell kennen. Viel Spaß! Ach: Und vielleicht will sich ja einer von Euch bewerben, um von Till Schwaiger die Hand geschüttelt zu bekommen...
"Auf einen makaberen Deal hat sich ein chinesischer Jugendlicher eingelassen. Weil er ein iPad und iPhone kaufen wollte, ließ er sich in einem angemieteten OP die Niere entnehmen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft." (Abstract zum Artikel im Handelsblatt)
Ein wunderbar perverses Fallbeispiel für krankes Wirtschaften. Natürlich wurde der Jugendliche von Apple nicht gezwungen. Aber offensichtlich wirkt der Marketinghype um iPads und iPhones so effektiv, dass Konsumgeilheit massiv gefördert wird.
"Massive Kritik an den Arbeitsbedingungen des Zulieferers Foxconn gab Apple Zunder. Das Unternehmen trat der Fair Labor Association bei, die Foxconn prüfte - und Probleme fand. Das lässt Apple nicht auf sich sitzen." (Abstract zum Artikel beim Handelsblatt)
Das wurde aber auch Zeit. Jetzt macht das Arbeiten mit dem Mac, iPhone und iPad gleich noch mehr Spaß.
Vielleicht erleben wir es wirklich noch, dass der Apfel für Fairness und sinnvolles Wirtschaften steht, anstatt für den Sündenfall. Dazu bedarf es allerdings noch einiger weiterer, nicht ganz unerheblicher Schritte...
"Morgen ist Equal Pay Day (EPD).Er markiert jenen Tag im Jahr bis zu dem Frauen rein rechnerisch länger arbeiten müssen, um das Gehaltsniveau eines Mannes zu..." (Anfang des Artikels bei Karrierebibel.de)
Schon faszinierend, dass wir immer noch derartig diskriminieren. Eine Säule kranken Wirtschaftens.
"Unleash your worker bees. The power of swarms and cooperation to attack business problems." (Abstract zum Artikel bei Inc.)
Ein kurzer, netter Artikel zum Thema kollektive Intelligenz und ein paar praktischen Anregungen am Ende, wie reale und virtuelle "Schwarmtreffen" für die teils sehr unterschiedlichen Menschen konstruktiv gestaltet werden können.
"Highlight text on websites with Marker. Annotate, select color, remove highlights, share in Twitter. Best text marker & highlighter tool, like Sharpie pen for web!" (Abstract zur Homepage von Marker.to)
Ein kostenloses und äußerst sinnvolles kleines Tool in Form einer Browsererweiterung. Es ist äußerst praktisch, auf Webseiten Hervorhebungen für Kollegen, Kunden, Geschäftspartner oder Freunde machen und simpel teilen zu können.
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"Wem die Rolle des Patriarchenchefs stinkt, der sollte auf seine Mitarbeiter setzen und sich selbst zurücklehnen. Wie das geht? Mit gut durchdachtem Laissez-faire und einer Menge Vertrauen."
Ein gutes Fallbeispiel, wie eine Unternehmenskultur jenseits der üblichen Hierarchie aufgestellt sein kann.
In diesem Artikel habe ich
einige der aktuellsten und wichtigsten Studien zum Thema Arbeitszufriedenheit und Motivation zusammengestellt. Jede Studie ist kompakt mit Ihrem Studiendesign und den Ergebnissen dargestellt. Wer nach der Lektüre noch immer behauptet, die Exkommunikation der Mitarbeiter aus wichtigen Entscheidungsprozessen sei ökonomisch sinnvoll, muss entweder verdammt gute Argumente haben oder zum Arzt gehen und seine Realitätsverleugnung untersuchen lassen.
"Deutsche Banken und Versicherungen spekulieren trotz öffentlicher Kritik weiter massiv mit Nahrungsmitteln. An erster Stelle steht in Deutschland dabei offenbar der Versicherungskonzern Allianz." (Abstract zum Artikel bei Spiegel Online"
Pervers. Punkt.
"Deutsche Manager leiden unter den Anforderungen einer vernetzten Welt und wünschen einen neuen Führungsstil. Wie der aussehen könnte, hat eine neue Studie untersucht." (Abstract zum Artikel bei Zeit Online)
Nun, da ist wohl einiges Wahres dran. Schön, dass das, was wir seit Jahren in unserem netzwerk sinnvoll · wirtschaften sagen und schreiben (3 Bücher seit 2007) nun über eine kleine qualitative Studie Aufmerksamkeit bei der Zeit gefunden hat.
Weniger schön: Die hier vorgestellten Konsequenzen werden nicht ausreichen, um das Problem zu lösen. Erstens weil die Autorin die Studienergebnisse nur äußerst verkürzt wiedergibt und zweitens weil die Studie selbst ebenfalls in einigen wesentlichen Punkten inkonsequent bleibt. Dazu später mehr im integral.blog.
"Am 17. März findet in Frankfurt die größte deutsche MBA-Messe statt. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass in der Ausbildung der Wirtschaftselite Moral oft zu kurz kommt. Klar ist: Die Manager-Ausbildung muss sich ändern." (Abstract zum Artikel beim Handelsblatt)
Der Artikel macht leider sehr deutlich, dass wir in den nächsten Jahren vermutlich keine wirklich fundementalen Erneuerungen und Entwicklungen in der Managementausbildung erwarten dürfen. Managementinnovationen werden die MBA Ausbildungen nicht leisten. Sie werden nur die altbekannten und in vielerlei Hinsicht widerlegten Paradigmen brav wiederkäuen.
Für mich bleibt insbesondere eine Frage offen: Wer steckt eigentlich hinter den Akkreditierungsorganisationen, die dafür sorgen, dass sich die einzelnen Institute nicht trauen, aus dem idiotischen Einerlei auszubrechen?
"In Deutschland melden sich immer mehr Beschäftigte krank, weil sie Anforderungen und psychischen Belastungen im Job nicht mehr gewachsen sind. Besonders gefährdet sind offenbar Frauen." (Abstract zum Artikel beim Manager-Magazin)
Das die Fehlzeiten drastisch steigen, scheint einigermaßen klar messbar zu sein. Was indes die genauen Gründe sind, ist vollkommen unklar. Erhöhrte Eigenverantwortung ist normalerweise mit höherer Arbeitszufriedenheit korreliert - nicht umgekehrt.
Eines aber ist offensichtlich: Im wahrsten Sinne des Wortes krankes Wirtschaften nimmt deutlich zu.
«Wenn du brav dein Gemüse isst, bekommst du nachher etwas Süsses.» ... Ja, so sollte es eigentlich nicht laufen, schon gar nicht im Business, zumal dann, wenn der solchermaßen Belohnte nicht am Fließband malocht, sondern Kreatives leisten soll." (Abstract zum Artikel auf der NZZ online)
"Die britische Barclays-Bank steht im Kreuzfeuer der Kritik: Das Institut hat seinem Chef Bob Diamond nicht nur 18 Millionen Euro Gehalt gezahlt - sondern zusätzlich noch eine millionenschwere Steuerschuld von ihm beglichen." (Abstract zum Artikel bei Spiegel Online)
Herrlich, in jedem Spielfilm würde man das wohl als unglaubwürdige Idee abtun. Aber das Leben schreibt doch eindeutig die besten Drehbücher.
"In Asien finden sich viele der Billigheimer unter den globalen Produktionsstätten, dabei ist die Herstellung in der Ferne oft kaum günstiger. US-Firmen wie der Kosmetikkonzern Farouk Systems blasen nun zum Rückzug." (Abstract zum Artikel beim Handelsblatt)
Es gäbe zwar edlere Motive als die liebe Kohle, um nicht in China zu produzieren, die sich dann ihrerseits auch wieder vermarkten ließen, aber sei's drum. Wenn es allmählich kein Kostenvorteil mehr ist, Chinesische ArbeiterInnen auszubeuten, dann ist auch das ok.
"Der Kreis jener Forscher, die ein Klon-Mammut erschaffen wollen, wird immer größer." (Abstract zum Artikel bei Science ORF.at)
Tja, wohin das führen könnte wissen wir ja bereits alle. Tolle Idee, vor allem für den Fortschritt unserer Gesellschaft wirklich wichtig.
2Die schlechte Führung deutscher Chefs hat schwere Folgen. Fast jeder Vierte koppelt sich innerlich ab, die Wirtschaft kostet das Milliarden." (Abstract zum Artikel bei Welt Online)
Die Daten des jährlich erhobenen Gallup Engagement Index halten sich in den letzten Jahren stabil bei deutlich über 80% unzufriedenen Mitarbeitern.
Das ist ein dreifaches Desaster: 1. Persönlich: Ich möchte nicht jeden Morgen aufstehen müssen, um zu einer Arbeit zu gehen, die mich langweilt, nervt oder sogar regelrecht krank macht. 2. Betriebswirtschaftlich: Dem Unternehmen entgehen durch demotivierte Mitarbeiter natürlich Leistungsfähigkeit und damit Gewinn. 3. Volkswirtschaftlich: Wenn ein Großteil der (deutschen) Bürger nicht mehr leistungswillig /-fähig ist, dann entgehen damit natürlich auch unserer Volkswirtschaft ein paar läppische Milliarden an Bruttosozialprodukt. Im Jahr 2009 waren es gemäß Gallup 125 Milliarden (konservativ gerechnet).
"Jonathan Ive opens up about what makes Apple's design process work. Here's how to make it work at your company too." (Abstract zum Artikel bei Inc.)
In dem kurzen Text steckt einiges drin, was simpel klingt, in der Umsetzung aber eine ziemliche Herausforderung ist. Zum Beispiel das Prinzip des "Was wenn", das ziemlich genau meinem Prinzip der Möglichkeitsräume entspricht.
Das bedarf aber drei Stufen der Realisierung: Erstens müssen wir uns selbst erlauben, auch in Möglichkeiten zu denken, fühlen, wahrnehmen und handeln und nicht nur in Wirklichkeiten (individuelle Ebene). Zweitens müssen wir uns gegenseitig erlauben, dem "was wenn" nachzugehen (kulturelle Ebene). Und last not least braucht es Ressourcen, zeitlich, finanziell und Man Power (strukturelle Ebene).
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