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KarriereSPIEGEL: Wie müsste so eine Reform aussehen?

 

Sattelberger: Es geht nicht nur um inhaltliche Reform in Forschung und Lehre, sondern auch beim Personal sowie in Führung und Steuerung einer Schule. Dazu gehört beispielsweise die Frage, ob Professoren zwar ausgezeichnete Fachleute sind, aber mit unmoralischen Handlungskonzepten hantieren, ob Fakultätsmitglieder wie streunende Katzen auf der Suche nach lukrativen Beratungsaufträgen sind. Die Finanzkrise hat ja aufgezeigt, welche inzestuösen Vernetzungen es zwischen Investmentbanken und Professoren führender US-Schulen gab, die auf der Gehaltsliste von Banken standen. Es geht auch darum, nach welchen Kriterien Professoren rekrutiert und befördert werden - spielen da Charakter und soziale Kompetenz auch eine Rolle, oder zählen nur die theoretischen Veröffentlichungen in erstklassigen Journalen? Gibt es einen Code of Conduct, einen Verhaltenskodex? Und hat die Schule einen funktionierenden Beirat? Oft sind Beiräte keine Kontrolleure, sondern werden nur als Geldbeschaffer und Aushängeschilder für die Schule instrumentalisiert. Institutionelle Reformen halte ich für wesentlich schwieriger und wichtiger als die inhaltlich-fachliche Reform.

 

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