Warum wir in müden Phasen besonders kreativ sind | Kreativitätsdenken | Scoop.it

 

Geniestreiche gelingen eher gegen die biologische Uhr. Eine Studie hat nachgewiesen: Das Gehirn arbeitet nämlich im wachen Zustand analytisch, im müden bedient es sich aus der Trickkiste.

 

Der Dichter Honoré de Balzac hasste die Müdigkeit. Um sie zu vertreiben, kippte er bis zu 40 Tassen Kaffee täglich in sich hinein. Der französische Romancier wurde bekanntermaßen zu einem äußerst produktiven und innovativen Schriftsteller – doch möglicherweise hätte er noch mehr geschafft, wenn er die Müdigkeit nicht in Kaffee ertränkt hätte. Denn die ist, wie amerikanische Forscher herausgefunden haben, ein Motor der Kreativität. Die US-Psychologinnen Mareike Wieth und Rose Zacks ließen 428 männliche und weibliche Studenten zunächst einen Fragebogen ausfüllen, mit dem der tägliche Zeitpunkt ihres geistigen Leistungshochs ermittelt wurde. 195 Probanden stellten sich dabei als "Eulen" heraus, die es lieben, abends spät ins Bett zu gehen und morgens spät aufzustehen. 28 Studenten offenbarten sich als Lerchen, die schon in aller Frühe ihren Tag beginnen und es abends selten schaffen, einen TV-Spätfilm bis zum Ende zu gucken. Die übrigen Probanden konnte man keiner der Gruppen zuordnen.