Fotografieren kann die Wahrnehmung behindern | Kreativitätsdenken | Scoop.it


Ach, wie schön war das! Den Anblick eines Kunstwerks rufen wir uns gern ins Gedächtnis zurück. Aus diesem Grund versuchen viele Menschen, ihre Erinnerungen mit Fotos zu untermauern: Kamera oder Smartphone sind immer dabei, um schöne Eindrücke gleichsam zu konservieren. Doch eine US-Studie zeigt nun: Fotos machen kann der Bildung detailreicher Erinnerungen im Weg stehen. Probanden, die bei einem Museumsbesuch fotografierten, konnten sich anschließend schlechter an die Ausstellungsstücke und Details ihres Aussehens erinnern als Menschen, die das Museum nur betrachtend erkundet hatten. „Oft hat man das Gefühl, dass Menschen reflexartig Fotos machen und dabei gar nicht mehr richtig bewusst wahrnehmen, was sie sehen", sagt Linda Henkel von der Fairfield University in XY. Dieser persönliche Eindruck brachte die Wissenschaftlerin nach eigenen Aussagen auf die Idee, den Zusammenhang einmal systematisch zu untersuchen. Sie wollte herausfinden, in wieweit das Fotografieren die Erinnerungen an das Abgebildete beeinflusst. Um dieser Frage nachzugehen, führte sie Experimente mit Gruppen von Studenten durch, die durch das Bellarmin Museum of Art an der Fairfield University geführt wurden. Ein Teil der Probanden sollte von den Ausstellungsstücken Fotos machen, der andere hingegen nur betrachtend die Kunst auf sich wirken lassen. Am nächsten Tag wurden alle Probanden befragt, an welche Objekte sie sich erinnern konnten und welche Details sich ihnen eingeprägt hatten.....