Joachim Weimann: "Der Offene Brief der Umweltökonomen zum Emissionshandel erzählt nicht die ganze Geschichte" | "3e" | Energy - Ecology - Economy | Scoop.it

Der Offene Brief vom 19. März 2013 an Bundeskanzlerin Merkel zur Reform des Emissionshandels ist zwar von der Stossrichtung her richtig, doch lässt er einen wichtigen Punkt aus: das Erneuerbare-Energien-Gesetz und seine falschen Anreize.


In einem Offenen Brief an die Bundeskanzlerin, der vom DIW und dem Ifo Institut initiiert wurde, sprechen sich die unterzeichnenden 42 Ökonomen für eine Reform des europäischen Emissionshandels aus.[ 1 ] Sie argumentieren, dass der gegenwärtig sehr niedrige CO2-Preis den Handel wirkungslos macht und das Instrument des Emissionshandels beschädigt. Die Ursache für die niedrigen Preise sehen sie vor allem in kurzfristigen Einflüssen wie einem verstärkten Zustrom von Emissionsrechten aus den CDM (Clean Development Mechanism) Aktivitäten und der schlechten Konjunktur in Europa. Insgesamt leiten sie aus den niedrigen Preisen die Schlussfolgerung ab, dass die Minderungsziele zu lax gewählt wurden. Ihre Empfehlung besteht folgerichtig darin, den Cap, d.h. den Emissionsminderungspfad, den die EU beschlossen hat, anzupassen, indem die Zertifikatmenge kurz- und langfristig stark verknappt wird.